Israelaustausch 2017

Wie alles begann

Alles begann mit einer Präsentation zum Thema Israel, so zu sagen als „Bewerbung“ für das Austauschprogramm. Unsere unterschiedlichen Präsentationen waren wohl so gut, dass wir alle am Austauschprogramm teilnehmen, d.h. mit durften.

01 SkypekonferenzWir trafen uns bereits nach den Herbstferien mehr oder weniger alle zwei Wochen, damit wir uns nicht nur besser kennenlernten, vielmehr um uns viele Informationen über Israel zu verschaffen. Neben Geographie, Geschichte und Religion diskutierten wir die Sicherheitslage und Lebensumstände.

Ein paar Tage vor unserem Aufbruch in den Nahen Osten fanden wir uns sogar zu einer Skype Konferenz zusammen, damit jeder einen Eindruck von der anderen Gruppe und seinem „Partner“ bekommen konnte. Trotz Problemen mit der Internetverbindung in der Leibnizschule freuten sich alle sehr. Wir konnten es kaum erwarten.

Die Hinreise – das Abenteuer

Endlich war es dann so weit: An einem Sonntag Morgen Ende Januar trafen wir uns in der Abflughalle C am Frankfurter Flughafen. Wir waren alle mehr oder weniger mit Medikamenten bepackt. Nahezu alle waren irgendwie erkältet oder kränklich, auch eine „Nebenhöhlenentzündung“ war dabei. Aber keiner von uns ließ sich davon abhalten mitzufliegen. Keiner wollte dieses Abenteuer verpassen!

03 Besuch der KnessetNach einer langen Reise mit dem Flugzeug und dem Zug kamen wir spät abends in Haifa an. Dort wurden wir sehnlichst – auch wegen der Uhrzeit – von unseren Gastfamilien empfangen.

Nach einer eher kurzen Nacht machten wir uns am Montag Morgen – zumindest die meisten von uns – zu Fuß auf den Schulweg. Angekommen in der Sisters of Nazareth School spielten wir ein akrobatisches Kennenlernspiel, an das sich eine Schulführung anschloss. Neben dem zugehörigen Kindergarten und der Grundschule besichtigten wir verschiedene Fachräume und ähnliches.

Nach diesem Programmpunkt stand der Besuch der Bahai Gardens auf dem Plan, der nicht nur für uns, sondern auch für einige der Israelis der erste Besuch dieser Anlagen war. Und endlich entließ man uns in die wohlverdiente Freizeit mit Abendessen in der Gastfamilie. Am Dienstag bestiegen wir früh morgens alle gemeinsam einen Bus, der uns über Tel Aviv und Jaffa nach Jerusalem brachte.

Höhepunkt dieses Tages war die Besichtigung der Knesset – das israelische Parlamentsgebäude – inklusive Führung. Danach fuhren wir in die nahe gelegene Jugendherberge, wo wir im Anschluss an das Abendessen und Partytime erschöpft in die Betten fielen.

Der Mittwoch war der History-Day: Wir gingen durch die Altstadt von Jerusalem zum Tempelberg, direkt am Felsendom und der Klagemauer vorbei. Leider war weder ein Blick in den Felsendom noch in die al-Aqsa-Moschee möglich, der Zugang war gesperrt. Unser Weg führte uns daher etwas früher zur Grabeskirche, deren Anblick und Besuch uns alle doch sehr beeindruckt hat. Von dort ging es zum Ölberg mit dem berühmten Olivenhain.

Die Zeit in Jerusalem war leider sehr kurz, denn noch am selben Tag fuhren wir ans Tote Meer, d.h. ca. 400 Meter unterhalb des Meeresspiegels und somit der tiefste natürliche Ort der Erde. Einige von uns konnten es kaum erwarten, das berühmte Gefühl vom Bad im Toten Meer zu erleben. Die Eile, ins mehr als salzige Wasser zu kommen, verursachte auch den Verlust eines Smartphones, welches nun sicherlich sein Dasein auf dem Grund des Toten Meeres genießt.

06 Wanderung in En GediNach einer wiederum etwas verkürzten Nacht gingen wir am Donnerstag Morgen auf Wandertour im En-Gedi-Naturreservat. Wir wanderten das Wadi Arugot entlang bis zu einem Wasserfall, wo wir uns zum Gruppenfoto im erfrischenden Nass aufstellten. Leider mussten wir schon ziemlich bald die Rückfahrt nach Haifa antreten.

Der Freitag startete mit einem Ausflug in die alte Hafenstadt Akkon, die für ihre Kreuzfahrerfestung, Karawanserei und Altstadt berühmt ist. Eine Führung durch die Altstadt gehörte zum Programm. Da der Sabbat vor der Tür stand, endete unser Ausflug und der offizielle Teil bereits am frühen Nachmittag.

Wir verabredeten uns im iJump, eine Indoor-Trampolin-Halle. Zu viel Restenergie nach dem offiziellen Teil führte im iJump dann leider doch zu leichteren Verletzungen.

Nichtsdestoweniger konnten alle am Samstag Morgen den Weg nach Nazareth antreten. Es war ein Church-Day: Es waren letztendlich etwas viele Kirchen, die wir besichtigten, darunter auch die Kirche, in deren Nähe Jesus gelebt haben soll. Deshalb ließen wir den Sabbat mit Fastfood ausklingen und genossen unseren letzten gemeinsamen Abend. Keiner wollte ans Packen denken, denn das Sonntagsmotto hieß: Abschied nehmen!

So verabschiedeten wir uns am frühen Sonntagmorgen teils unter Tränen, aber mit dem Wissen, dass wir uns im Mai wiedersehen würden, am Bahnhof in Haifa. Größtenteils gesund gepflegt, um viele schöne und wertvolle Erfahrungen reicher, stiegen wir wieder in den Flieger, der uns den Alltag in Deutschland wiederbrachte.

Louis Kremser, 9a

Der Rückbesuch

Nach mehr als drei Monaten war es dann soweit. Wir trafen uns am Sonntag Morgen am Flughafen Frankfurt und warteten gespannt auf die Ankunft unserer Austauschpartner. Nachdem diese uns nach anfänglichen Schwierigkeiten gefunden und sich alle begrüßt hatten, fuhr jeder nachhause. Später traf sich die Gruppe dann im Wiesbadener Kurpark, wo nach einem ausgiebigen Mittagessen nochmal gepicknickt wurde.

Am darauffolgenden Tag (Montag) trafen sich alle in der Schule und nachdem wir gemeinsam gefrühstückt hatten, zeigten wir unseren Gastschülern die Schule (z.B. Kino, Fachräume, Aula, etc.) und sie durften eine typische Unterrichtsstunde miterleben.

Weiter ging es dann mit der Auswertung der zuvor in Israel und Deutschland gesammelten Wasserproben. Ferner wurde der Salzgehalt bestimmt. Mittags gingen wir dann gemeinsam Currywurst essen und dann weiter zum Kochbrunnen. Hier konnten dann die (mehr oder weniger nichts ahnenden) Israelis das Wasser, welches ja für seinen Geschmack berühmt (vielleicht eher berüchtigt) ist, probieren. Daran schloss sich dann ein allgemeiner Stadtrundgang an, welcher letztendlich auf dem Schlossplatz endete.

Dort wurden wir entlassen und sofort ging es weiter zum shoppen. So standen vor allem Drogeriemärkte, aber auch eine sehr bekannte, amerikanische Kaffeehauskette hoch im Kurs.

07 Besichtigung des Erlebnisbergwerks MerkersAm nächsten Tag (Dienstag) ging es nun wieder in die Schule, wo wir dann einen Reisebus (leider einen nicht so modernen, wie den in Israel) bestiegen und in Richtung Rhön fuhren. Dort machten wir nach einer langen und anstrengenden Busfahrt einen Stopp im „Erlebnisbergwerk Merkers“, wo wir eine interessante und teilweise im wahrsten Sinne des Wortes turbulenten Einblick in die Welt unter Tage (und die Fahrt dorthin) bekamen.

Am Abend kamen wir dann in der Jugendherberge an, mit der einige von uns quasi ein Rendezvous feierten, da diese Jugendherberge auch für die ökologischen Klassenfahrten in der 6. Klasse ausgewählt wird.

Mittwochs ging es dann zum „Point Alpha“. Dort konnten wir in einer spannenden und den Geschichtsunterricht noch einmal vertiefende Führung in das geteilte Deutschland eintauchen und die Atmosphäre noch einmal zum Leben erwecken.

Danach bestiegen wir wieder den Bus und fuhren erst in Richtung Fulda, wo wir einen Besichtigungsstopp einlegten, und dann in Richtung Rüdesheim am Rhein. Wir bezogen dort unsere zweite Jugendherberge und ließen den Tag mit einem Spieleabend ausklingen.

Am nächsten Tag (Donnerstag) brachen wir dann morgens zu einer Wanderung zum Niederwalddenkmal und zum Sessellift auf, mit der wir letztendlich ins Tal hinunterfuhren. Dort angekommen bestiegen wir ein Schiff und genossen die Fahrt, welche uns nach Rüdesheim und zu unserer Jugendherberge zurück brachte. Wir fuhren mit einer anderen Seilbahn wieder den Berg hinauf und schnappten uns unsere Koffer, um den ganzen Weg wieder zurück zum Bahnhof zu laufen. Dort nahmen wir den nächsten Zug nach Wiesbaden und wurden dort herzlich wieder in Empfang genommen.

09 Einweisung im KletterwaldAm nächsten Tag (Freitag) stand Frankfurt auf dem Programm, sodass wir also wieder zum Bahnhof fuhren und in Frankfurt die wichtigsten Sehenswürdigkeiten besichtigten, so z.B. den Römer oder die Zeil. Letztere war besonders wichtig und ein lang ersehntes Highlight der israelischen Seite, da diese natürlich noch wesentlich mehr Geschäfte beherbergte als die Wiesbadener Innenstadt, sodass viele ihre Austauschpartner dann auch prompt verloren. Gott sei Dank sind aber alle Schüler wohlbehalten wieder aufgetaucht und wir konnten die Heimreise antreten.

Während der Zugfahrt wurde auch schon fleißig geplant, denn am nächsten Tag (Samstag) stand ein so genannter „Familientag“ auf dem Programm. Jedoch blieben nur Wenige tatsächlich bei den Familien. Die Meisten trafen sich im Kletterwald und später im Opelbad wieder.

Niemand wollte daran denken, dass dies tatsächlich unser letzter gemeinsamer (voller) Tag sein sollte. Denn Sonntag war Abreisetag und so trafen sich die ganze Gruppe nochmal in Schierstein, um gemeinsam am Rhein entlang zu spazieren und noch ein letztes Eis zu essen, bevor es dann schon hieß: Koffer packen. Wir brachten unsere Gastschüler dann zum Flughafen verabschiedeten uns (meist unter Tränen) von ihnen.

10 Gruppenbild im Biebricher SchlossparkAn jeder „Station“ hielten einige Schüler einen kleinen Vortrag über die jeweilige Sehenswürdigkeit. Auch nach dem offiziellen Programm trafen wir uns immer wieder, um die kurze Zeit miteinander möglichst lange genießen zu können. Es war ein sehr schöner und erlebnisreicher Austausch, bei dem man nicht nur die jeweils andere Kultur besser kennen lernen konnte, sondern auch viele enge Freundschaften geschlossen wurden.

Bastian Volk, 9a

Die Schüleraustauschbegegnung wurde (u.a.) aus Mitteln des Programms Schulpartnerschaften mit Israel des Auswärtigen Amts gefördert und durch den Pädagogischen Austauschdienst (PAD) des Sekretariats der Kultusministerkonferenz unterstützt.


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